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Katholische Kirchengemeinde
Sankt Bartholomäus Hirzenach

Juli 2010 - Liebe Pfarrgemeinde,

heute richte ich mich besonders an die „noch Berufstätigen“, wenn es auch „nur“ bei der Firma GEMMA ist. An diejenigen also, die jetzt besonders hungern und dürsten nach einer genüsslichen Ferien- und Erholungszeit. „Freie Zeit“, „Freizeit“ nennen wir sie. Früher sagte man: “Zeit des freien Menschen“. Damit wurde zum Ausdruck gebracht: die Arbeitswelt macht uns leicht zu Sklaven. Sie treibt uns täglich, etwas Nutzbringendes zu leisten. Sie lügt uns vor: „Müßiggang ist aller Laster Anfang“. Deshalb werden wir verplant, ausgepowert, dauernd verurteilt zu Streß und verbissen durchgezogenen Leistungen.

In der Freizeit können wir es uns leisten, dass das uns von außen aufgezwungene schiefe Menschenbild korrigiert wird. Wir können uns das Faulsein leisten. Es ist alles andere als sinnlos. Mit gutem Gewissen nichts zu tun; mal zum Nachdenken zu kommen darüber, wofür wir überhaupt da sind? – das könnte Sinn und Ziel unseres Lebens schlüssiger machen. Und wir kommen aus dem Urlaub zurück mit dem Vorsatz, nicht mehr so arbeitssüchtig zu werden wie früher, sondern (zum Beispiel) die Sonntagsruhe als freie Zeit, als Zeit des freien Menschen zu gestalten.

Als Christen können wir sicher sein, dass Gott nicht nur durch unsere Leistungen, sondern auch durch unser Nichtstun geehrt werden kann. Tun Sie also mit gutem Gewissen mal nichts!

Herzlichst Ihr

Pater Fritz Köster

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